Die Marktgemeinde Kematen an der Ybbs - mit ihrer aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stammenden Prägung als Industriegemeinde - liegt am Eingang des Ybbstales, inmitten landschaftstypischer Gelände- und Vegetationsformen des Mostviertler Kernlandes.

Der Name Kematen (Chemnaten) wird 1305 erstmals urkundlich erwähnt und ist geschichtlich aufschlussreich. Er findet sich einige Male im Bereich der donau-alpenländischen Provinzen der Römer und geht auf das spätrömische Wort caminata - was soviel wie „beheizter Raum“ heißt - zurück. Grabungsfunde in und unmittelbar um Kematen zeugen auch von einer regen Siedlungstätigkeit, die bis zur Römerzeit zurückreicht. 

Zentrale Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart kommt der 33 m hohen Brücke über die Ybbs zu, die mittlerweile zu den ältesten Steinbrücken Niederösterreichs zählt und sich in stilisierter Form im Kematner Gemeindewappen wiederfindet.


Die Existenz der ersten 4 Bauernhöfe um 1292 ist historisch belegt. Diese gehörten zum Stift Seitenstetten. Daneben gab es eine Mühle die jedoch im Besitz des Hochstiftes Freising stand. Um 1750 weisen Urkunden den Bestand von 10 Bauernhöfen und 1823 von 13 bäuerlichen Anwesen aus. Die heutige Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe Kematens ist nach etlichen Umwandlungsprozessen den Erfordernissen an moderne agrarische Technologien angepasst und bildet - bei aller Flexibilität gegenüber den Herausforderungen eines europaweiten Konkurrenzkampfes - eine solide Grundlage für die Betriebsführer.



Die Marktgemeinde Kematen in ihrer heutigen Größe von 11 km² entstand im Jahre 1969 durch die Zusammenlegung mit der ehemaligen Gemeinde Niederhausleiten. Kematen hat - bei steigender Einwohnerentwicklung - eine Bevölkerungszahl von ca. 2.600 Einwohnern, die überwiegend im zentralen Ortsbereich angesiedelt sind. Als bisher wohl einzigartig in Österreich gilt die Straßenbezeichnung unserer Gemeinde, die sich an amerikanischen Vorbildern orientiert und im Brief- und Postverkehr mit der Gemeinde anfänglich so manche Überraschung brachte.
Seit 1930 hat Kematen eine eigene Pfarrkirche, die der Hl. Familie geweiht ist. Hier ist auch der Sitz des Pfarramtes Kematen-Gleiß. Die steigende Bedeutung der Gemeinde Kematen zeigt sich - trotz massiver Umstrukturierung öffentlicher Einrichtungen - unter anderem auch durch den Sitz der Polizeiinspektion, eines Postpartners und einer Filialapotheke. Aufbauend auf den jahrhundertealten Standort einer Mühle wurde im Jahr 1870 mit der Errichtung einer Papierfabrik begonnen. Damit begann in Kematen das Industriezeitalter und die Umgestaltung vom kleinen Bauerndorf zu einer wirtschaftlich bedeuteten Gemeinde mit entsprechendem Zuzug. Aus diesen Anfängen entwickelte sich insbesondere nach 1945 mit der Fa. Neusiedler AG ein internationaler Papierkonzern, der unbestritten zu den „global playern“ gehört und die Entwicklung der Gemeinde in der Vergangenheit und Gegenwart spürbar geprägt hat.

Die Sicherung der Lebensqualität für unsere Gemeindebürger und Gäste hat für die Gemeinde einen sehr hohen Stellenwert und war letztlich auch ausschlaggebend für eines der größten Projekte der jüngsten Vergangenheit, bei dem es den verantwortlichen Gemeindepolitikern im Jahr 1998 gelungen ist - gemeinsam mit 21 anderen Gemeinden - auf einem Areal von rund 250.000 m² einen Wirtschaftspark zu errichten.

Ein intensives kommunales Investitionsprogramm, bei dem sowohl Ausbau- als auch Sanierungsmaßnahmen größeren Umfanges insbesondere in den Bereichen Kanal, Wasser, Straßen, Sport- und Freizeitanlagen, durchgeführt wurden, hat zu einer spürbaren Verbesserung der Infrastruktur und damit zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit unserer Gemeinde geführt. Diese wichtigen Impulse führten in der Folge auch zu einer deutlichen Steigerung der Wohnbautätigkeit durch private Wohnbauträger, sodass sich das äußere Erscheinungsbild unserer Gemeinde in den letzten Jahren stark gewandelt hat.

Dem sportlich interessierten Gast bietet sich ganzjährig ein vielfältiges Angebot an infrastrukturellen Einrichtungen. Die traditionelle Gastlichkeit der Region und ein reichhaltiges kulinarisches Angebot an typischen Mostviertler Spezialitäten findet der Gast in den Gastronomiebetrieben der Gemeinde.